News · 5. September 2026

Keita knockt Naimov bei UFC Paris aus

Losene Keita überrollt Muhammad Naimov bei UFC Paris und gewinnt nach 2:54 Minuten durch KO/TKO. Der frühere OKTAGON-Doppelchampion holt damit seinen ersten Sieg im UFC-Octagon.

Standbild: UFC / offizieller YouTube-Short; 16:9-Aufbereitung: CS.C

Losene Keita hat aus seiner Rückkehr nach Paris einen persönlichen Durchbruch gemacht. Der frühere OKTAGON-Doppelchampion stoppte Muhammad Naimov im Hauptkarten-Auftakt von UFC Fight Night: Hooker vs. Parnasse nach 2:54 Minuten der ersten Runde durch KO/TKO. Für Keita war es im zweiten Anlauf der erste Sieg im UFC-Octagon.

Die knappe Debütniederlage gegen Nathaniel Wood hatte noch Fragen hinterlassen. Gegen Naimov beantwortete Keita die wichtigste davon mit Nachdruck: Seine Geschwindigkeit und Schlaghärte funktionieren auch auf diesem Niveau, wenn er selbst den Raum und das Tempo bestimmt.

Keita nimmt Naimov sofort den Raum

Keita ging vom ersten Austausch an nach vorne. Naimov bewegte sich überwiegend rückwärts, während der Belgier die Distanz für seine rechte Hand suchte. Schon nach etwa einer Minute war Naimovs rechtes Auge sichtbar gezeichnet und blutig. Keita musste den Kampf nicht erst lesen – er zwang seinem Gegner von Beginn an die eigene Aufgabe auf.

Nach ungefähr zwei Minuten traf Keita schwer und schickte Naimov zu Boden. Für einen Moment schien das Ende unmittelbar bevorzustehen. Keita setzte nach, doch Naimov deckte sich am Boden ein und überstand die erste Welle. Damit gewann er allerdings keine Kontrolle zurück. Sobald der Kampf wieder im Stand war, musste er erneut unter Druck reagieren.

Kurz vor Ablauf der dritten Minute fand Keita den endgültigen Treffer. Eine schnelle Links-rechts-Kombination erwischte Naimov sauber und beendete den Kampf. Die UFC wertete den Abschluss offiziell als KO/TKO bei 2:54 Minuten der ersten Runde.

Keita ließ dem Ergebnis eine Szene folgen, die zum Auftritt passte: Er sprang aus dem Käfig, setzte sich auf einen freien Stuhl und applaudierte sich selbst. Nach einem Fehlstart und einer engen Niederlage wirkte die Geste weniger wie eine einstudierte Show als wie die Erleichterung eines Kämpfers, der seinen Ruf endlich in ein UFC-Ergebnis übersetzt hatte.

Paris wird vom Fehlstart zum Wendepunkt

Keitas Verhältnis zu Paris war bislang belastet. Im September 2025 sollte er dort gegen den früheren Bellator-Champion Patrício Pitbull debütieren. Keita verfehlte jedoch das Federgewichtslimit um drei Pfund; der Kampf wurde abgesagt. Sein tatsächliches UFC-Debüt folgte im März 2026 in London. Nathaniel Wood gewann nach drei engen Runden per geteilter Punktentscheidung.

Diese Vorgeschichte machte den Auftritt gegen Naimov wichtiger als einen gewöhnlichen zweiten UFC-Kampf. Keita kam als einer der erfolgreichsten europäischen Champions der vergangenen Jahre in die Organisation. Bei OKTAGON gewann er die Titel im Feder- und Leichtgewicht und entschied Ende 2024 auch das Tipsport Gamechanger-Finale gegen Ronald Paradeiser für sich. Gürtel aus Europa garantieren in der UFC jedoch nichts. Der Sieg in Paris liefert nun erstmals einen belastbaren Beleg dafür, dass Keitas Stärken den Wechsel mitmachen.

Naimov war kein Aufbaugegner

Naimov ging mit einer Bilanz von 13 Siegen und vier Niederlagen in den Kampf. In seinen ersten sieben UFC-Auftritten hatte der Tadschike fünfmal gewonnen, unter anderem gegen Jamie Mullarkey, Nathaniel Wood, Erik Silva, Kaan Ofli und Bogdan Grad. Seine Physis, sein Clinch und im Schnitt fast eineinhalb Takedowns pro 15 Minuten machten ihn zu einem Gegner, der Keita bei unkontrolliertem Druck hätte bestrafen können.

Keita ließ diesen Kampf jedoch gar nicht erst entstehen. Er hielt Naimov im Rückwärtsgang, beschädigte ihn früh und zwang ihn fast ausschließlich zu defensiven Entscheidungen. Dass Naimov Wood besiegt hatte, gegen den Keita knapp verlor, unterstreicht dabei eine alte Wahrheit des MMA: Ergebnisse lassen sich nicht über eine einfache Dreiecksrechnung erklären. Entscheidend war das konkrete Matchup – und das kontrollierte Keita in Paris vollständig.

Was der erste UFC-Sieg verändert

Keitas Profibilanz steigt auf 17-2, elf Siege holte er nun durch KO oder TKO. Für einen Platz in der UFC-Rangliste dürfte ein Erfolg noch nicht genügen. Er verändert aber die Art der nächsten Ansetzung. Keita muss nicht mehr als prominenter Europameister ohne UFC-Sieg aufgebaut werden, sondern als gefährlicher Federgewichtler, dessen Explosivität einen erfahrenen Gegner in weniger als drei Minuten überfordern kann.

Im Octagon-Interview machte Keita anschließend deutlich, wie groß er jetzt denkt: Er forderte Lerone Murphy heraus. Der Engländer steht aktuell auf Rang drei der UFC-Federgewichtsklasse und weist eine Bilanz von 17-1-1 auf. Seine einzige Niederlage erlitt er im März nach fünf Runden per Mehrheitsentscheidung gegen den Weltranglistenersten Movsar Evloev.

Der Callout ist selbstbewusst, sportlich aber ein sehr großer Sprung. Aus einer UFC-Bilanz von 1-1 entsteht noch kein unmittelbarer Anspruch auf die Nummer drei der Welt. Murphy verkörpert jedoch genau das Niveau, das Keita erreichen will: technisch sauber im Stand, über fünf Runden erprobt und nur schwer klar zu treffen. Realistischer wäre zunächst ein etablierter Gegner an der Schwelle zur Top 15. Dort müsste Keita zeigen, dass er seinen Druck auch gegen bessere Distanzarbeit, belastbareres Ringen und taktische Anpassungen über mehrere Runden erhalten kann. Ebenso wichtig bleibt, das Federgewicht zuverlässig zu treffen – der abgesagte Pitbull-Kampf ist noch zu nah, um dieses Thema vollständig abzuhaken.

Für Naimov ist die Lage unangenehmer. Nach der TKO-Niederlage gegen Mairon Santos im Dezember 2025 wurde er nun zum zweiten Mal nacheinander durch Schläge gestoppt. Seine bisherigen UFC-Siege geben ihm eine solide Grundlage, doch nach dem frühen Ende in Paris muss er vor allem seine defensive Reaktion auf geradlinigen Druck neu ordnen.

Keita brauchte in Paris keinen Punktrichter und keine komplizierte Erklärung. Er ging vorwärts, traf zuerst hart und beendete den Kampf bei 2:54 Minuten. Aus dem früheren europäischen Doppelchampion ist damit noch kein UFC-Titelanwärter geworden. Aber zum ersten Mal hat er im Octagon genau so ausgesehen, wie es sein Ruf versprochen hatte.

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