Wochenrückblick: Parnasse startet, Taylor geht
Salahdine Parnasse stoppt Dan Hooker bei seinem UFC-Debüt, Slawa Spomer gewinnt in Ludwigshafen und Katie Taylor beendet ihre Karriere als Weltmeisterin.
Dieses Kampfsport-Wochenende erzählt von einem sofortigen Aufstieg und einem kontrollierten Abschied. Salahdine Parnasse stoppte Dan Hooker bei seinem UFC-Debüt bereits in der ersten Runde. Wenige Stunden später beendete Katie Taylor ihre Karriere im Croke Park mit einem klaren Sieg und allen wichtigen Titeln im Superleichtgewicht.
Aus deutscher Sicht setzte Slawa Spomer das wichtigste Ausrufezeichen: Der 33-Jährige stoppte Faisal Abubakari in Ludwigshafen nach sechs Runden. Dazu entschied Chico Kwasi seine Trilogie mit Teodor Hristov deutlich für sich, während Stamp Fairtex bei ONE Fight Night 47 knapp gegen Selina Flores gewann.
Parnasse überspringt die Anlaufphase
Parnasse brauchte in Paris keine Eingewöhnungszeit. Der frühere KSW-Doppelchampion stoppte den auf Rang zehn geführten Dan Hooker nach 2:35 Minuten der ersten Runde per TKO. Damit schlug er bei seinem ersten UFC-Auftritt sofort einen etablierten Gegner aus der erweiterten Leichtgewichtsspitze.
Der Sieg verändert seine Ausgangslage deutlich. Parnasse muss nicht erst über mehrere Aufbaukämpfe erklären, ob seine Erfolge außerhalb der UFC übertragbar sind. Er hat diese Frage gegen Hooker unmittelbar beantwortet. Ein konkreter nächster Gegner ist noch offen, doch sportlich gehört er nach diesem Einstand direkt in die Ranglisten-Debatte.
Die französische Card lieferte weitere klare Resultate. Axel Sola knockte Farès Ziam nach 1:40 Minuten aus, Michael Page besiegte Nursulton Ruziboev einstimmig nach Punkten. Losene Keita stoppte Muhammad Naimov nach 2:54 Minuten und forderte anschließend Lerone Murphy heraus. Den ausführlichen Bericht zu Keitas Auftritt gibt es auf CS.C.
Spomer setzt das deutsche Ausrufezeichen
Slawa Spomer gewann den Hauptkampf der ersten Primora-Boxing-Veranstaltung in Ludwigshafen. Der Deutsche stoppte den zuvor ungeschlagenen Ghanaer Faisal Abubakari am Ende der sechsten Runde und holte damit den vakanten WBA-Intercontinental-Titel. Nach seiner Niederlage gegen Xander Zayas im Jahr 2025 ist Spomer nun bei zwei Siegen in Folge angekommen.
Für Primora war das sportlich der passende Abschluss des Debüts: Der bekannteste deutsche Name der Card gewann vorzeitig und lieferte der neuen Promotion sofort eine klare erste Schlagzeile. CS.C hatte die Veranstaltung und ihren Anspruch bereits im Vorfeld ausführlich eingeordnet.
Taylor geht mit allen Gürteln
Katie Taylor beendete ihre Profikarriere so, wie der Abend im Croke Park geplant war: als Siegerin. Die Irin bezwang die zuvor ungeschlagene Flora Pili einstimmig mit 100:90, 100:90 und 98:91. Mehr als 80.000 Zuschauer sahen, wie Taylor zusätzlich den vakanten WBC-Titel gewann und damit das Superleichtgewicht vollständig vereinte.
Der Kampf wurde nicht durch einen späten dramatischen Umschwung entschieden, sondern durch Taylors beständige Kontrolle. Pili blieb über zehn Runden im Kampf, fand aber zu selten eine Antwort auf Taylors Tempo und Präzision. Taylor verlässt den Sport damit als dreifache unumstrittene Weltmeisterin. Der Abschied war keine reine Zeremonie, sondern ein klar gewonnener Titelkampf.
Kwasi beendet die Trilogie
Bei GLORY 109 setzte Chico Kwasi ein deutliches Schlusszeichen unter seine Serie mit Teodor Hristov. Alle fünf Punktrichter werteten den Weltergewichts-Titelkampf mit 50:45 für den Champion. Kwasi gewinnt die Trilogie damit 2:1 und bleibt an der Spitze seiner Division.
Im Schwergewicht stoppte Tariq Osaro den erfahrenen Errol Zimmerman nach 1:54 Minuten der zweiten Runde. Jay Overmeer gewann gegen Don Sno einstimmig, ebenso Dmitry Menshikov gegen Diaguely Camara. GLORY 109 lieferte damit nicht nur eine klare Titelentscheidung, sondern auch neue Argumente für die nächsten Ansetzungen im Welter- und Schwergewicht.
Stamp gewinnt die enge Entscheidung
Stamp Fairtex musste bei ONE Fight Night 47 deutlich länger arbeiten. Gegen Selina Flores gewann sie im Muay Thai per Split Decision. Gerade die knappe Wertung machte den Kampf aussagekräftig: Stamp fand nach ihrer langen Verletzungspause wieder Rhythmus, musste aber bis zum Ende mit Flores' Reichweite und Gegenangriffen umgehen.
Auf der Undercard setzte Ricardo Bravo mit seinem Knockout gegen Mohamed Younes Rabah nach 2:58 Minuten der ersten Runde das deutlichste Striking-Finish. Pawel Jaworski zwang Rafael Lovato Jr. im Grappling bereits nach 1:51 Minuten mit einem Kneebar zur Aufgabe.
Was vom Wochenende bleibt
Parnasse hat in Paris nicht nur gewonnen, sondern seine UFC-Karriere ohne Umweg eröffnet. Spomer gab Primoras deutschem Auftakt das passende sportliche Ergebnis. Taylor vollzog in Dublin die entgegengesetzte Bewegung: kein offenes Kapitel, sondern ein sauberer Schlusspunkt. Kwasi stabilisierte seine Position als Champion, Stamp sammelte in einem engen Kampf wertvolle Gewissheit.
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Quellen
- UFC: offizielle Ergebnisse und Scorecards aus Paris
- UFC: offizielle Scorecards zu UFC Paris
- Sky Sports: Katie Taylor gewinnt ihren Abschiedskampf
- Matchroom Boxing: offizielle Eventseite Taylor vs. Pili
- GLORY: offizielle Eventseite zu GLORY 109
- ge.globo: Resultate von GLORY 109
- ONE Championship: Ergebnisse von ONE Fight Night 47
- CS.C: Losene Keita knockt Naimov bei UFC Paris aus
- CS.C: Taylors letzter Auftrag
- CS.C: Kwasi verteidigt gegen Hristov
- CS.C: Stamp findet wieder Feuer