Road to UFC hat Finalisten
In Shanghai stehen die Finalpaarungen der fünften Road-to-UFC-Staffel fest. Die Halbfinals zeigten klare Finishes, knappe Entscheidungen und ein Gewichtsthema.

Die fünfte Road-to-UFC-Staffel hat ihre Finalisten. Am Freitag, 28. August, entschied die UFC im Oriental Sports Center in Shanghai die Halbfinals der Asien-Pazifik-Turniere. Sieben Turnierkämpfe reichten aus, um vier Finalpaarungen für Anfang 2027 zu setzen. Der sportliche Kern des Abends war damit klarer als bei vielen Vorrundenformaten: Wer gewann, ist nur noch einen Sieg von einem UFC-Vertrag entfernt.
Für die UFC war das nicht bloß ein Zusatzprogramm vor dem Shanghai-Hauptabend mit Umar Nurmagomedov gegen Song Yadong. Road to UFC funktioniert als Scouting-Bühne mit direktem Preisdruck. Die Halbfinals zeigten genau diese Mischung: schnelle Submissions, enge Entscheidungen, ein verletzungsbedingter Abbruch und ein gestrichener Flyweight-Kampf nach verfehltem Gewicht.
Zwei Chokes prägen Featherweight
Im Featherweight treffen George Mangos und Dagiisuren Chagnaadorj im Finale aufeinander. Mangos besiegte Ahejiang Ailinuer per Rear-Naked Choke nach 2:03 Minuten der zweiten Runde. Er musste dafür durch einen umkämpften ersten Durchgang, bevor er am Boden Kontrolle, Rückenposition und Finish sauber verband.
Chagnaadorj brauchte gegen YoungJae Song deutlich weniger Anlauf. Der Mongole brachte den Kampf früh auf die Matte, arbeitete sich auf den Rücken und beendete das Halbfinale nach 2:51 Minuten der ersten Runde ebenfalls per Rear-Naked Choke. Damit steht ein Finale, in dem beide Seiten nicht nur gewonnen, sondern ihren bevorzugten Weg klar gezeigt haben.
Suzuki profitiert, Jiniushiyue wartet
Im Flyweight erreichte Takaya Suzuki das Finale mit dem schnellsten Turnierende des Abends. Der Japaner stoppte Joseph Larcinese nach 15 Sekunden der dritten Runde per TKO, nachdem Larcinese laut UFC zuvor Probleme mit dem Fuß bekam und an der Käfigwand nicht mehr stabil ausweichen konnte. Suzuki hatte bis dahin mit Tempo, Kicks und wechselnden Angriffen den Rhythmus bestimmt.
Sein Finalgegner Jiniushiyue musste nicht kämpfen. Takeru Uchida lag über dem Flyweight-Limit, der Kampf wurde gestrichen, Jiniushiyue zog per Walkover weiter. Sportlich macht das die Paarung schwieriger einzuordnen: Suzuki kommt aus einem echten Halbfinalsieg, Jiniushiyue aus einer Vorbereitung ohne Wettkampfminuten. Im Finale zählt deshalb auch, wer den besseren Rhythmus in den langen Abstand bis Anfang 2027 mitnimmt.
Dhant und Tajima müssen arbeiten
Das Bantamweight-Finale lautet Rabindra Dhant gegen Ryo Tajima. Dhant gewann gegen Kasib Murdoch per Split Decision. Der Kampf blieb deshalb interessant, weil Murdoch mit Technik und Grappling immer wieder Zugriff fand, während Dhant mit Explosivität und den auffälligeren Treffern antwortete. Für Nepal ist dieser Lauf ohnehin außergewöhnlich: Dhant steht als erster nepalesischer Road-to-UFC-Finalist vor einem möglichen Sprung in den Kader.
Tajima löste seine Aufgabe gegen Chungreng Koren über die volle Distanz. Nach einem vorsichtigen Start fand der Japaner besser zu Reichweite, Timing und Volumen. Die Punktrichter sahen ihn einstimmig vorne. Dieses Finale wirkt weniger wie ein reiner Hype-Test als wie ein kontrollierter Stilabgleich: Dhants Athletik und Härte gegen Tajimas Länge, Präzision und Geduld.
Erfahrung gegen Formkurve
Im Strawweight stehen BoHyun Park und Meng Bo im Finale. Park schlug Farida Abdueva einstimmig nach Punkten und drehte den Kampf vor allem über Druck, Kondition und Arbeit in den späteren Runden. Die Südkoreanerin ist nun 10-3 und laut UFC bei sechs Siegen in Serie.
Meng Bo brachte gegen Machi Fukuda ihre Erfahrung durch. Die Chinesin verwaltete Distanz und Grappling-Phasen ruhiger als ihre Gegnerin und gewann per Split Decision. Gegen Park bekommt sie ein Finale, das nicht nur über Talent erzählt, sondern über Belastbarkeit: Park bringt die aktuelle Formkurve, Meng die größere Zahl an Profikämpfen und die Routine aus vielen unterschiedlichen Kampfbildern.
Maheshate setzt ein Ausrufezeichen
Neben den Turnieren liefen zwei offizielle UFC-Kämpfe. Maheshate besiegte Darrius Flowers im Lightweight nach 2:31 Minuten der ersten Runde per Guillotine Choke. Yilizhati Maimaitijiang und Tre'ston Vines trennten sich im Middleweight mit einem Split Draw. Beide Kämpfe waren nicht Teil der Road-to-UFC-Brackets, gaben dem Abend aber eine zweite Ebene: etablierte UFC-Verträge neben Bewerbern, die erst noch hineinwollen.
Genau darin liegt der Wert dieser Halbfinals. Road to UFC ist keine Casting-Show mit offenem Ausgang, sondern ein enger sportlicher Filter. Shanghai hat keine fertigen Stars geliefert, aber klare Finalfelder. Anfang 2027 entscheidet sich, welche dieser Bewerbungen stark genug ist, um aus regionalem Momentum tatsächlich einen UFC-Vertrag zu machen.