
Ein Blick hinter die Kulissen des Trainings von WBC-Interims-Schwergewichtsweltmeister Agit Kabayel
Boxweltmeister werden nicht geboren, sondern gemacht - durch hartes, strategisches Training. Während Fans meist nur die spektakulären Kämpfe sehen, bleibt die eigentliche Arbeit, die zu diesen Erfolgen führt, oft im Verborgenen. Ein aktuelles Interview gibt nun Einblicke, wie der WBC-Interims-Schwergewichtsweltmeister Agit Kabayel sein Training gestaltet.
Das Trainingssystem
Kabayels Trainingsplan folgt einem durchdachten System mit klarer Aufgabenteilung. Die fundamentale Kraftentwicklung übernimmt ein spezialisierter Krafttrainer. Chefcoach Sükrü Aksu konzentriert sich hingegen auf das Konditions- und boxspezifische Krafttraining.
Das Training erfolgt in strukturierten Einheiten: "10 min Stepper, 4 min laufen, 10 min Seilspringen, Oberkörpererwärmung mit Boxübungen," erklärt Aksu. Diese Aufwärmphase dauert etwa 40 Minuten, bevor es an den Sandsack oder die Pratzenarbeit geht.
Ausdauertraining mit Augenmaß
Im Ausdauerbereich setzt Aksu auf moderate, aber effektive Distanzen: "Lange Läufe macht der Agit. Wenn das Wetter schön ist, machen wir 8, 9 Kilometer. Das reicht." Ergänzt wird dies durch anspruchsvolle Bergläufe, wobei der Trainer Wert darauf legt, nicht zu übertreiben.
Ein besonderer Fokus liegt auf der Arbeit am Sandsack: "Am Sandsack arbeiten wir viel. Das ist Kraft, Ausdauer, Kondition." Diese Kombination aus verschiedenen Trainingsreizen bildet das Fundament für Kabayels körperliche Verfassung.
Weniger Sparring, mehr Technik
Besonders interessant ist Aksus Philosophie zum Sparring - entgegen vieler traditioneller Ansätze im Boxsport: "Ich mache wenig Sparring. Ich habe selbst genug auf den Kopf gekriegt - das tut weh!"
Stattdessen bevorzugt er kontrollierte Partnerübungen, bei denen Schläge ausgeführt, aber nicht gelandet werden. Dies ermöglicht den Boxern, Techniken ohne Angst zu üben und zu verfeinern. Als Kontrast erwähnt Aksu Schwergewichtschampion Oleksandr Usyk, der angeblich 14-15 Runden Sparring absolviert: "Bei mir gibt's das nicht."
Seine Begründung ist einleuchtend: "Wenn du die ganze Zeit auf den Kopf kriegst, dann kannst du es im Kampf nicht mehr umsetzen, weil du Angst hast." Ein Ansatz, der offensichtlich bei Kabayel Früchte trägt.
Die 3,5-Minuten-Methode
Eine weitere Besonderheit in Aksus Trainingsphilosophie ist sein Zeitmanagement. Er arbeitet konsequent mit 3,5-minütigen Trainingsrunden, gefolgt von 30 Sekunden Pause: "Ich mache alles 3,5. Alles, was ich mache: 3,5min." Diese spezifische Zeiteinteilung scheint ein Schlüsselelement seines Erfolgsrezepts zu sein.
Ausblick
Während der nächste Kampftermin für Agit Kabayel noch nicht feststeht, wächst die Spannung unter den Fans. Nach seinem beeindruckenden Aufstieg zum WBC-Interims-Weltmeister im Schwergewicht wird sein nächster Auftritt mit großer Spannung erwartet. Bis dahin wird Kabayel weiter nach der bewährten Methode seines Trainers arbeiten – mit gezieltem Training, das Kraft, Ausdauer und Technik in ein erfolgreiches Gleichgewicht bringt.
Quelle: Diese Informationen stammen aus einem zweiteiligen Interview des BOXPODCAST (https://www.youtube.com/@boxpodcast) mit Kabayel-Coach Sükrü Aksu.
Der entsprechende Teil des Interviews ist unter folgendem Link abrufbar: https://www.youtube.com/watch?v=zO2yihKhfm4
