News · 16. September 2026

Badur will Niederlage anfechten

Berkan Badur spricht nach der Niederlage gegen Tomáš Cigánik von einem gestohlenen Sieg. Das illegale Knie und die CSMMA-Regeln engen seinen Protest jedoch stark ein.

Berkan Badur trifft den am Boden befindlichen Tomáš Cigánik mit einem illegalen Knie bei OKTAGON 93
imgs: OKTAGON; collage: MMA Fanatik; format edit: CS.C

Berkan Badurs Debüt bei OKTAGON endete mit der ersten Niederlage seiner Profikarriere – und einem Streit über den entscheidenden Punktabzug. Der 21-jährige Deutsche unterlag Tomáš Cigánik bei OKTAGON 93 durch geteilte Entscheidung. Zwei Punktrichter werteten den Kampf für den Slowaken, einer sah Badur vorn.

Badur bezeichnete das Urteil anschließend als gestohlenen Sieg und kündigte einen offiziellen Protest an. Im Mittelpunkt steht nicht allein die Bewertung der drei Runden, sondern ein illegales Knie zum Kopf des am Boden befindlichen Cigánik. Ringrichter Václav Přibyl zog Badur dafür zwei Punkte ab – genau dieser Abzug kippte den Kampf.

Zwei Runden, dann das Knie

Badur war kurzfristig für Murat Tüysüz eingesprungen und erwischte dennoch den besseren Start. Er brachte Cigánik früh zu Boden, kontrollierte ihn und gewann die erste Runde auf allen drei Wertungszetteln. Im zweiten Durchgang arbeitete sich der erfahrenere Slowake zurück in den Kampf; diese Runde ging geschlossen an Cigánik. Vor den letzten fünf Minuten stand es auf zwei Karten 19:19, der dritte Punktrichter führte Badur mit 20:18.

Früh in der dritten Runde traf Badur seinen knienden Gegner mit dem Knie am Kopf. Der Treffer öffnete eine tiefe Platzwunde auf Cigániks Stirn. Nach der Untersuchung durfte der Slowake weiterkämpfen, Badur verlor jedoch zwei Punkte. Trotz weiterer erfolgreicher Bodenkontrolle reichte es deshalb nicht: Zwei Karten gingen an Cigánik, die dritte sah Badur mit einem Punkt vorn.

Zwei Sichtweisen auf denselben Moment

Badur erklärte, er habe Cigánik nicht absichtlich am Kopf treffen wollen. Der Slowake sei gerade aufgestanden, während er selbst auf den Körper gezielt habe. Vor allem die Höhe des Abzugs hält der Deutsche für überzogen. „Jeder, der den Kampf gesehen hat, weiß, dass mir der Sieg gestohlen wurde“, sagte Badur nach dem Kampf.

Cigánik widerspricht dieser Darstellung entschieden. Er verweist darauf, dass die sichtbare Verletzung gerade durch den verbotenen Treffer entstand und der Kampf auch mit einer Disqualifikation hätte enden können. Nach eigenen Angaben war seine Stirn tief geöffnet und die Sicht auf dem linken Auge beeinträchtigt. „Der Schaden kam hauptsächlich von diesem Knie. Es war ein brutales Foul“, erklärte er.

Was ein Protest ändern kann

Das CSMMA-Regelwerk ist an dieser Stelle eindeutig: Knie oder Tritte zum Kopf eines am Boden befindlichen Gegners sind verboten. Wird ein Foul als absichtlich bewertet, verursacht eine Verletzung und der Kampf anschließend fortgesetzt, sind zwei Punkte Abzug zwingend vorgesehen. Der Abzug war unter dieser Einstufung also keine frei gewählte außergewöhnliche Strafe.

Für einen Protest verlangt die CSMMA ein offizielles Formular innerhalb von 48 Stunden und eine Gebühr von 500 Euro. Eine nachträgliche Ergebnisänderung ist nur in engen Fällen vorgesehen: bei Absprachen, einem Fehler beim Übertragen der Punktezettel, einer fehlerhaften Regelauslegung durch den Ringrichter oder wenn ein Punktrichter selbst einen Fehler einräumt. Eine andere Meinung über die Höhe des Abzugs oder den optischen Eindruck des Kampfes genügt demnach nicht.

Badurs einzig belastbarer Ansatz wäre daher ein konkreter Fehler bei der Einstufung des Fouls oder bei der Erfassung des Ergebnisses. Dass das Knie regelwidrig war und Cigánik verletzte, ist durch die Aufnahmen und beide Lager selbst nicht ernsthaft bestritten. Nach der veröffentlichten Faktenlage erscheint eine Aufhebung des Resultats deshalb unwahrscheinlich.

Eine Niederlage, die Badur dennoch hilft

Sportlich verliert Badur durch die Kontroverse nicht alles, was er in Brünn gezeigt hat. Der Kämpfer vom Fight Club Gelsenkirchen kam mit einer Bilanz von 4:0 zu OKTAGON, drei seiner Siege hatte er vorzeitig geholt. Gegen einen deutlich erfahreneren Gegner gewann er kurzfristig die erste Runde und blieb auch nach dem Foul gefährlich.

Der Protest hält die Diskussion um das Ergebnis am Leben. Für Badurs weitere Laufbahn dürfte seine Leistung jedoch wichtiger sein als eine nachträgliche Korrektur. Er hat bei seinem Debüt gezeigt, dass er auf diesem Niveau mithalten kann. Die erste Niederlage steht nun in seiner Bilanz – der Eindruck eines interessanten deutschen Talents bleibt.

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