Baraou vor US-Prüfung
Abass Baraou boxt am 11. September in Oceanside gegen Giovani Santillan. Für den Berliner geht es nach der knappen Zayas-Niederlage sofort wieder um Anschluss.

Abass Baraou steht zwei Tage vor dem Garcia-Benn-Wochenende in einem eigenen US-Hauptkampf. Der Berliner Superweltergewichtler trifft am Freitag, 11. September 2026, in der Frontwave Arena in Oceanside, Kalifornien, auf Giovani Santillan. ProBox TV führt die Veranstaltung als Santillan vs. Baraou, Beginn ist für 8:00 p.m. ET angesetzt. In Deutschland läuft das auf die Nacht zum Samstag hinaus.
Für Baraou ist es kein lockerer Neustart nach der Titelvereinigung gegen Xander Zayas. AXS listet ihn als früheren WBA-Champion aus Berlin mit 17-2 und 9 K.-o.-Siegen; ProBox führt ihn als WBA-Top-5-Boxer. Santillan kommt mit 35-1 und 18 K.-o.-Siegen. Der Sieger bleibt im Superweltergewicht dicht an den großen Kämpfen.
Die Zayas-Niederlage bleibt nah
Baraous letzter großer Kampf war knapp, aber verloren. Im Januar unterlag er in San Juan nach zwölf Runden per Split Decision gegen Zayas, der damit die WBA- und WBO-Gürtel im Superweltergewicht vereinte. ESPN dokumentierte zwei 116:112-Karten für Zayas und eine 116:112-Karte für Baraou. Das war keine einseitige Niederlage, doch für Baraou zählt jetzt nur, wie überzeugend er zurückkommt.
Santillan ist dafür ein unbequemer Gegner. Der US-Amerikaner ist Linksausleger, boxt nahe seiner Heimatregion San Diego und kommt in Oceanside als lokaler Name. Baraou muss auswärts klare Runden gewinnen, das Tempo kontrollieren und verhindern, dass ein enger Kampf über Aktivität und Stimmung in Santillans Richtung läuft.
Santillan bringt Druck mit
Santillan ist nicht nur der Gegner auf Baraous Comeback-Route. AXS nennt ihn WBO Nummer acht und IBF Nummer zwölf, ProBox führt ihn mit 35-1. Seine einzige Niederlage kam 2024 gegen Brian Norman Jr.; seitdem hat er sich wieder in die Nähe größerer Kämpfe geboxt. Gegen Baraou kann er zeigen, dass sein Weg ins Superweltergewicht mehr ist als ein Ausweichen nach einer schweren Weltergewichtsphase.
Die Paarung ist deshalb sportlich sauber angesetzt. Baraou will belegen, dass die knappe Niederlage gegen Zayas kein Endpunkt war. Santillan kann mit einem Sieg über einen früheren Champion seinen eigenen Titelanspruch stärken. Für ProBox ist es ein Hauptkampf, der auch ohne große Arena Ranglistenwert hat.
Mehr als ein Einzelkampf
Die Karte hängt nicht allein an Baraou und Santillan. AXS führt Luis Alberto Lopez gegen Daniel Lugo als Co-Feature und Dominic Valle gegen Francois Scarboro Jr. als Duell ungeschlagener Juniorleichtgewichte. ProBox nennt zudem Hebert Conceicao Sousa, den Olympiasieger von 2020, auf der Veranstaltung. Baraou boxt also auf einer Karte, die auch für den US-Markt eigene sportliche Anker hat.
Aus deutscher Sicht macht genau das den Kampf relevant. Baraou bekommt nach der Zayas-Niederlage keinen einfachen Heimtermin, sondern muss sich in den USA wieder nach vorn boxen. Oceanside ist dafür ein sinnvoller Prüfstein: ein Hauptkampf gegen einen gerankten Gegner, kurz vor einem Boxwochenende mit deutlich lauteren Namen. Wer dort gewinnt, hat ein belastbares Argument für den nächsten Titelanlauf.