News · 19. August 2026

UFC 332 nimmt Form an

UFC 332 hat neue Konturen: Deiveson Figueiredo trifft auf Payton Talbott, Marvin Vettori auf Ismail Naurdiev und Johnny Walker versucht sich im Schwergewicht.

imgs: UFC / Zuffa LLC; composite by CS.C

UFC 332 hat noch keinen bestätigten Hauptkampf, aber die Karte für den 3. Oktober 2026 im Delta Center in Salt Lake City ist seit dieser Woche deutlich aussagekräftiger. Die UFC führt Deiveson Figueiredo gegen Payton Talbott, Marvin Vettori gegen Ismail Naurdiev, Ateba Gautier gegen Roman Kopylov und Damian Pinas gegen Andrey Pulyaev auf der offiziellen Eventseite. Unabhängige US-Berichte ordnen außerdem Johnny Walkers Schwergewichtsdebüt gegen Mick Parkin in denselben Schwung neuer Paarungen ein.

Sportlich ist Figueiredo gegen Talbott der sauberste Anker der Meldung. Es ist kein Titelkampf und noch nicht einmal der Headliner. Trotzdem erzählt die Paarung viel über den aktuellen Zustand des Bantamgewichts: ein früherer Champion aus der kleineren Gewichtsklasse gegen einen jungen Herausforderer, der aus dem Talentversprechen belastbare Rankingsubstanz machen muss.

Figueiredos Rolle kippt

Figueiredo kommt nicht mehr als unantastbarer Name in solche Kämpfe. Sein Ruf ist groß, seine Explosivität bleibt gefährlich, aber im Bantamgewicht muss er inzwischen häufiger beweisen, dass seine Erfahrung mehr ist als ein Verkaufsargument. Gegen Talbott wird genau das geprüft: Kann er den Rhythmus eines jüngeren Gegners brechen, ohne sich über reine Härte in lange, riskante Phasen ziehen zu lassen?

Für Talbott liegt die Aufgabe spiegelverkehrt. Ein Sieg über Figueiredo wäre kein normaler Aufbaukampf, sondern ein starkes Signal an die obere Tabellenhälfte. Gerade weil Figueiredo als Name noch Gewicht hat, wäre Talbotts Leistung schwer als bloße Prospektpflege abzutun. Er muss dafür aber mehr liefern als Tempo und Selbstvertrauen. Gegen einen erfahrenen Konterkämpfer zählen Geduld, Positionsdisziplin und die Fähigkeit, nach eigenen Treffern nicht offen stehen zu bleiben.

Naurdievs harte Rückkehr

Aus deutschsprachiger Sicht ist Marvin Vettori gegen Ismail Naurdiev der zweite wichtige Kampf. Naurdiev, in Salzburg aufgewachsen und lange mit der österreichischen MMA-Szene verbunden, bekommt gegen den früheren Titelherausforderer sofort einen Gegner mit internationaler Messlatte. Für Vettori ist es ebenfalls kein komfortabler Termin. Er braucht nach einer schweren Phase einen Sieg, kann gegen einen beweglichen und physisch starken Gegner aber wenig gewinnen, wenn er nur knapp und unsauber durchkommt.

Die Paarung ist deshalb mehr als ein Name gegen einen Rückkehrer. Vettori muss zeigen, dass sein Druckstil noch Gegner bindet und nicht nur Runden frisst. Naurdiev muss belegen, dass sein Athletikpaket gegen Top-15-erfahrene Mittelgewichte stabil bleibt. Wer hier verliert, verliert nicht automatisch seine Relevanz. Aber beide geben der UFC eine klare Antwort darauf, ob sie kurzfristig als ernsthafte Mittelgewichtsoptionen eingesetzt werden können.

Walker sucht neues Gewicht

Johnny Walkers angekündigter Schritt ins Schwergewicht ist der auffälligste Karriereschwenk der Karte. Im Halbschwergewicht war seine Reichweite lange ein Vorteil, seine defensive Anfälligkeit aber ebenso sichtbar. Im Schwergewicht verschwinden Gewichtmachen und ein Teil der physischen Härte aus der Vorbereitung, dafür werden Fehler noch teurer. Gegen Mick Parkin bekäme Walker keinen Glamourgegner, sondern einen Test auf Grundordnung: Kinn, Distanz, Clinch und Geduld.

Dass UFC 332 noch ohne Hauptkampf dasteht, ist für die Einordnung wichtig. Die neu bestätigten Kämpfe tragen die Veranstaltung nicht allein, aber sie geben ihr eine brauchbare sportliche Struktur. Figueiredo gegen Talbott sortiert Bantamgewichtszukunft gegen frühere Meisterschaftsqualität. Vettori gegen Naurdiev prüft zwei Mittelgewichte unter Druck. Walker gegen Parkin beantwortet, ob ein spektakulärer Halbschwergewichtler im schwereren Limit wirklich stabiler wird.

Eine Karte mit Prüfwert

Damit ist UFC 332 aktuell keine Karte, die über einen großen Hauptkampf verkauft wird. Sie ist eher eine Sammlung von Standortbestimmungen. Genau darin liegt ihr Wert. Die UFC bekommt Antworten in drei Divisionen, ohne schon die Spitze der Veranstaltung offenzulegen. Für Fans ist das weniger spektakulär als eine Titelansetzung, sportlich aber ergiebig: Viele der Beteiligten müssen in Salt Lake City nicht nur gewinnen, sondern zeigen, in welcher Rolle sie 2027 überhaupt noch sinnvoll einsetzbar sind.

Quellen

UFC 332: Figueiredo trifft auf Talbott | CS.C