News · 15. September 2026

Lapilus kämpft um PFL-Gold

Taylor Lapilus trifft am 19. Dezember in Lyon auf Mitch McKee. Die PFL setzt den ersten Bantamgewichtstitel aufs Spiel und verabschiedet zugleich ihre eigene Marke.

Taylor Lapilus und Mitch McKee auf dem offiziellen PFL-Motiv zu ihrem Titelkampf in Lyon
img: PFL / edited by CS.C

Taylor Lapilus bekommt sein großes Heimspiel. Die PFL hat für den 19. Dezember in der LDLC Arena in Lyon-Décines den ersten Weltmeisterschaftskampf im Bantamgewicht angesetzt: Lapilus, aktuell als Nummer drei geführt, trifft auf den ungeschlagenen Amerikaner Mitch McKee, die Nummer eins des PFL-Rankings.

Die Paarung ist mehr als ein lokaler Hauptkampf. PFL Lyon soll nach Angaben der Liga die letzte Veranstaltung unter dem PFL-Banner sein, bevor ab dem 1. Januar 2027 die gemeinsame Kampfsportplattform mit Most Valuable Promotions unter dem MVP-Namen startet. Der erste Bantamgewichtstitel wird damit auch zum Schlusspunkt einer Marke, die ihr Profil jahrelang über Turnierwege und sportlich nachvollziehbare Titelrouten gesucht hat.

Lapilus vor der historischen Chance

Lapilus bringt laut PFL eine Bilanz von 25-4 mit. Aus seiner UFC-Zeit steht er bei 6-2, seit seinem Wechsel zur PFL läuft er mit sechs Siegen in Serie. In dieser Phase schlug er unter anderem Liam Gittins und Jake Hadley; gegen Kasum Kasumov gelang ihm zudem ein Knockout, den die Liga in ihrer Ankündigung als einen seiner bisherigen Schlüsselauftritte herausstellt.

Für Frankreich hat der Kampf eine besondere Dimension. Lapilus kann vor eigenem Publikum einer der ersten unbestrittenen französischen MMA-Weltmeister werden. Genau diese nationale Aufladung macht den Abend interessant, aber auch gefährlich: Ein Heimvorteil hilft in der Halle, schützt im Käfig aber nicht vor einem Gegner, der seinen Aufstieg bislang ohne Niederlage durchgezogen hat.

McKee bringt Druck und Ringen

Mitch McKee kommt mit 11-0 nach Lyon. Die PFL nennt sechs Siege durch KO oder TKO und verweist auf seinen starken Einstieg in die Organisation: Bei PFL Chicago dominierte er Sergio Pettis. Das ist für die Einordnung wichtig, weil Pettis nicht nur ein bekannter Name ist, sondern ein früherer Bellator-Champion mit großer Erfahrung auf hohem Niveau.

McKees sportlicher Kern liegt im Ringen. Er trainiert bei Kill Cliff FC unter Robbie Lawler, war dreimal Staatsmeister in Minnesota und später Ringer an der University of Minnesota. Gegen Lapilus geht es deshalb nicht nur um Reichweite und Technik im Stand, sondern um die Frage, wer den Kampfplatz bestimmen kann: Lapilus mit Timing und sauberem Aufbau, McKee mit Druck, Takedown-Drohung und physischen Übergängen.

Ein Titel mit Übergangsgewicht

Der sportliche Wert des Gürtels hängt nicht allein am Namen der Organisation. Entscheidend ist, ob die neue MVP-Struktur den Titel nach dem Jahreswechsel weiterführt, mit welchen Regeln sie ihre MMA-Sparte ordnet und wie sichtbar die Champions in diesem System bleiben. Die PFL-Ankündigung liefert dafür noch keinen vollständigen Fahrplan. Sie macht aber klar, dass Lyon nicht als Randtermin geplant ist, sondern als bewusster Übergang.

Genau deshalb ist Lapilus gegen McKee ein gutes Titelduell für diesen Moment. Auf der einen Seite steht ein französischer Veteran mit UFC-Erfahrung und einer Serie, die ihn in seiner Heimat zum historischen Kandidaten macht. Auf der anderen Seite steht ein ungeschlagener Amerikaner, dessen Ringen dem Favoritenstatus des Heimkämpfers sofort Substanz entgegensetzt. Der Sieger bekommt nicht nur den ersten PFL-Bantamgewichtsgürtel. Er geht auch als einer der ersten sportlichen Bezugspunkte in die MVP-Ära.

Artikel teilen

WhatsApp

Quellen

PFL Lyon: Lapilus gegen McKee um Bantamgewichtstitel | CS.C