News · 21. August 2026

Tackett bleibt UFC-BJJ-Champion

Andrew Tackett verteidigt seinen UFC-BJJ-Titel in 1:44 Minuten. UFC BJJ 10 zeigt auch, welche Titelkämpfe die Grappling-Serie als Nächstes tragen können.

Bild: UFC / Zuffa LLC

Andrew Tackett hat UFC BJJ 10 nicht nur gewonnen, sondern die Rollenverteilung in der jungen Serie noch einmal geschärft. Der Welterweight-Champion besiegte Jonnatas Gracie am 20. August im Meta Apex in Las Vegas per Face-Crank nach 1:44 Minuten der ersten Runde. Die UFC veröffentlichte die vollständigen Resultate am 21. August.

Für UFC BJJ ist das mehr als eine Titelverteidigung in einer Nischensparte. Tackett steht inzwischen für genau die Mischung, die die UFC mit ihrer Grappling-Reihe sucht: technisch seriös genug für die BJJ-Szene, aggressiv genug für ein Publikum, das aus dem MMA kommt, und laut genug, um nach dem Sieg Sean Brady und Paddy Pimblett als mögliche Namen in den Raum zu stellen.

Schneller Zugriff, klares Ende

Der Kampf selbst war kurz, aber nicht leer. Tackett eröffnete mit Druck, brachte Gracie früh auf die Matte und musste zunächst einen Beinangriff des Brasilianers entschärfen. Danach kam der entscheidende Positionswechsel: Back Take, Kontrolle, Würgegriff über Kiefer und Gesicht statt sauber unter dem Kinn. Gracie tappte, weil der Druck nicht mehr zu lösen war.

Das ist für die Bewertung wichtig. Es war kein Zufallstreffer in einem wilden Scramble, sondern ein Finish aus klarer Kette: Takedown-Druck, Verteidigung gegen den Konter, Rückenposition, Druckfinish. Wer UFC BJJ bislang als Crossover-Experiment abtat, bekam im Hauptkampf einen Champion zu sehen, der das Format sehr genau versteht.

Ste-Marie holt zweiten Titel

Im Co-Main Event gewann Brianna Ste-Marie den UFC-BJJ-Titel im Featherweight. Die Kanadierin besiegte die Titelverteidigerin Rebeca Lima per Arm-Triangle-Choke nach 1:57 Minuten der zweiten Runde und fügte ihrer Karriere damit einen weiteren großen Titel hinzu. Für die Serie ist das wertvoll, weil sie neben den bekannten Männernamen eine belastbare Frauen-Titellinie braucht.

Noch spannender wirkt nach diesem Abend das Flyweight-Bild. Cassia Moura, bereits UFC-BJJ-Bantamweight-Champion, besiegte Bre Stikk per Armbar nach 4:31 Minuten der ersten Runde. Adele Fornarino zog mit einem Straight Ankle Lock gegen Carol Brunacio nach 2:53 Minuten ebenfalls ins Finale ein. Damit steht ein Titelkampf, der sportlich ohne Umweg erklärbar ist: aktuelle Dominanz gegen Mehrdivisions-Anspruch.

Crossover bleibt der Hebel

Tacketts Callouts sind deshalb kein Nebengeräusch. UFC BJJ lebt von der Frage, ob reine Grappling-Qualität und bekannte MMA-Namen zusammen ein eigenes Produkt tragen können. Brady wäre sportlich glaubwürdig, Pimblett kommerziell naheliegend. Beides zeigt, wohin die Reihe will: nicht nur Mattenpurismus, sondern verwertbare Duelle an der Schnittstelle zum UFC-Publikum.

Das Risiko bleibt, dass die besten Grappler zu oft in Show-Duelle gedrückt werden. Doch UFC BJJ 10 hatte dafür ein gutes Gegengewicht. Tackett lieferte im Hauptkampf schnell und sauber, Ste-Marie bekam einen echten Titelmoment, Moura und Fornarino bauten ein Finale auf, das auch ohne MMA-Anleihe zieht. Für ein Format, das noch um seine genaue Identität ringt, ist das ein produktiver Abend.

Quellen

UFC BJJ 10: Tackett verteidigt gegen Gracie | CS.C